Zeitzeugen-Gespräch

Verein „Lila Winkel“
 

„Kein Brot ist hart. Hart ist, wenn man kein Brot hat“. Diese Aussage spricht für sich und wird wohl allen Jugendlichen, welche am Freitag, 13. Jänner 2017, am Vortrag des Vereins „Lila Winkel“ teilnahmen, in Erinnerung geblieben sein.

Die Schüler und Schülerinnen sowie Lehrpersonen der PTS Matrei lauschten gespannt den Ausführungen von Irene Hubmann (Referentin und Begleiterin) und Judith Ribic, welche als Zeitzeugin der 2. Generation von den Erlebnissen ihres Vaters Ernst Reiter während der NS-Zeit berichtete. Dieser war 4 ½ Jahre im KZ Flossenbürg inhaftiert und erlebte dort neben Hunger und Zwangsarbeit unmenschliche Grausamkeiten. Die Bilder und Erzählungen von Judith Ribic erlaubten einen tiefen Einblick in die Vergangenheit und lösten auch Betroffenheit aus.

Judith Ribic sieht es als ihre Verpflichtung an, die Geschichte ihres Vaters - vor allem an junge Menschen - weiterzugeben, um so ein Bewusstsein zu schaffen, dass die Missachtung von Menschenrechten weitreichende Folgen haben kann und auch in der heutigen Zeit aktueller denn je ist. Denn "Kriege entstehen nicht in der großen Welt" sondern zu Hause oder in der Schule. Das Ziel sollte sein, aus den Geschehnissen der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen und eigenes Handeln - sei es in der Schule, Freizeit oder im Beruf – zu überdenken.

Die Schülerinnen und Schüler durften am Ende des Vortrages ihre Gedanken in ein Buch schreiben und zeigten dabei großes Interesse.

Direktor Reinhard Salcher bedankte sich im Anschluss persönlich bei den Vortragenden und wird diese Thematik im Religionsunterricht fortführen, unter anderem mit dem Schulfilm „Die Schüler der Madame Anne“ vom Tiroler Bildungsinstitut Medienzentrum.

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